Hervorgehoben

Ganzheitliches Weidemanagement: JA! Aber mit Pferden?

Von Anfang an stand für uns fest, dass die Weidetiere, die hier in Arensnest verbleiben und dazukommen sollen nicht mehr auf einer riesigen Standweide stehen sollen und somit Boden und Bewuchs immer schlechter werden lassen, sondern zu gesundem Boden, reichhaltigerem Bewuchs und somit unterm Strich auch für Klimaschutz und -resilienz beitragen sollen. Wie das funktioniert? Sogenanntes ganzheitliches Weidemanagement beruht auf der Tatsache, dass Tiere, die in kurzer Zeit auf einem kleinen Weidestück grasen, und dann umgetrieben werden auf ein weiteres Teilstück, das Gras nicht so stark verbeissen im Vergleich zum mehrfachen begrasen, wenn die Tiere lange auf der selben Fläche bleiben. Das führt zu schnellerer Regeneration der Gräser, die Wurzelteile des Grases, die durch den Verbiss absterben werden im Boden zu großem Teil als Kohlenstoff gelagert. Über längere Zeit steigert sich somit Qualität von Boden und Weide, auch weil die Tiere weniger selektiv grasen und somit nicht nur die leckersten Gräser intensiv begrasen, sondern fast alles fressen (was natürlich voraussetzt, dass die Kontrolle auf Giftpflanzen besonders gründlich durchgeführt wird). Soweit die Theorie: doch in der Praxis wird holistisches Weidemanagement meistens mit Rindern umgesetzt, manchmal auch mit Schafen. Doch mit Pferden? Laut wenigen Berichten im Internet mindestens eine Herausforderung, da Pferde eher „reissend“ grasen, als vornehm das Gras abzubeissen, wie es Schafen & Kühen eigen ist. Wir wollen es trotzdem versuchen … Hier unsere allerersten Ideenpläne, wie wir die Weideflächen in Parzellen einteilen könnten.

Aktionstag #3: wer hat den längsten Arm?

Nachdem wir in der letzten Zeit einen großen Stapel Robinienstämme von unserem Nachbarn bekommen haben, wurden diese heut in ernstzunehmende Zaunpfähle verwandelt, mit Hilfe von Sägen und Zugeisen. Da wir ziemlich viele Leute waren konnten wir alle Zaunpfähle auch noch in die Erde bringen und somit unsere untere Rotationsweide fast komplett mit feststehenden Holzpfosten umranden, und mal von den wackligen Plastikpfählen wegkommen. Schön war’s, danke an alle Helfenden!

Von ungewolltem Wiesenbewuchs und warum steht hier eigentlich so viel Schafgarbe rum?

Einer der Vorteile, die die kleinmaschige Rotationsbeweidung mit sich bringt (wir treiben grad alle 1-5 Tage um, je nach Bewuchs und Größe der Fläche), ist dass Mäkeligkeit nicht gut funktioniert. Auf einer großen Weide, auf der ganz- oder halbjährig geweidet wird, suchen sich die Tiere jeweils die schmackhaftesten Gräser (süß, breit), die in Folge abgeschwächt werden und weniger stark vorkommen wenn‘ schlecht läuft. Außerdem breiten sich alle Pflanzen, die nicht so gern auf der Weide gesehen werden, viel besser aus, da sie ja nicht gefressen werden. Wir haben auf eine Art Glück, denn unser unerwollter Bewuchs beschränkt sich auf riesige Mengen Schafsgarbe (eigentlich eine tolle Pflanze auf der Weide, aber in der Menge dann doch blöd, weil sie mit dem Gras konkurriert) und Brennnesseln. Beide wurden dieses Jahr so richtig gut weggeputzt, selbst die Brennesseln vom Strunk an abrasiert durch fleißige Pferdezähne. Da kann man sich dann bei manchen Teilflächen das nachmähen sparen, schön! Und auch gesund für die Tiere. Selbstverständlich muss bei diesem Vorgehen extrem auf Giftpflanzen geachtet werden.

Planänderung

Das erste RotationsWeidestück lag unter den Bäumen und wurde somit so richtig schön von Pferdebremsen bevölkert, die aussehen wie eine Hornisse und doppelt so groß wie eine sind. Die Pferde haben daraufhin beschlossen, dass sie lieber hungern als da zu grasen. Momentan gibt’s nämlich keine Heuzufütterung mehr. Somit haben wir schnell ein oberes Weidenstück geöffnet, wo der Insektendruck nicht so hoch ist. Funktioniert, puh

Aktionstag #2: Mist, Heu, Schlepperei und richtig viel Sonne auf den Kopf

Es war heiss und richtig schön! Am 22. Juni haben wir einen tollen Aktionstag gehabt, haben Heu gemacht, und mit Heikos Miststreuer (danke!) den Stallmist ausbringen können. Pola hat dann gleich allen gezeigt wie schön sie die Schleppe ziehen kann … Und wir haben zwar strohige aber immerhin über 300 Kleinstballen Heu pressen können; von dem Zustand der Wiese hätten wir das nicht gedacht!

Das Grasrestaurant hat geöffnet

Heute haben wir die erste der Teilflächen geöffnet. Ca. 50×10 Meter in der Fläche, also ziemlich winzig und mittlerweile auch nur noch von deutlich überständigem Gras bevölkert. Das wiederum ist gut für unsere doch recht pummeligen Pferde, die doch allzu gern an der Heuraufe stehen. Durch den Trail und den weiten Weg zwischen Weideflächen und Stall hoffen wir deutlich mehr Bewegung in die Herde zu bringen, damit die Pfunde schwinden können

Bohren bis der Arzt kommt

Wir haben uns was richtig schönes gekauft und zwar einen Bohrer! Da die Flächen nicht nur abgregrast sondern auch richtig verdichtet sind, ist das Löcher graben per Hand schnell sehr unbeliebt geworden. Dank Bohrer macht’s wieder Spaß, nur Kaltblutstute Stella weiß noch nicht recht, ob sie das gut findet. Hier beim Einsatz um den oberen Teil der Weide auch abzuzäunen und in’s Rotationssystem aufnehmen zu können

Hier noch mal in groß und genüsslich: